Nach der unten beschriebenen Eingewöhnungsphase in das universitäre Dasein ist alles halb so schlimm. Ich hab mich wieder halbwegs gefangen und (wehmütig) auch ein wenig die Ansprüche zurückgedreht die ich an dieses Auslandssemester gehabt habe. Einige Sachen haben sich auch einfacher ergeben: Auto hab ich zwar keines, dafür kann ich mir wenn ich will das Auto meines Wohnungskollegen ausborgen. Und es is a ziemlich a stressige Angelegenheit auf der falschen Strassenseite zu fahren. Aber passiert is mir bis jetzt a nu nix. Ausser dass sich die Einheimischen wahrscheinlich über diese dahinkriechenden Vollidioten (aka mich) ärgern. Dummerweise hat das Auto eine Automatikschaltung. Was des Ganze a bissal fader macht.
In 2 Wochen werd ich auf Safari düsen, da sind dann Osterferien. Das wird hier im Übrigen ähnlich wie zHaus zelebriert, mit all diesen dummen Eiersuchenden und den Schokohaserln. Allerdings ist Österreich das einzige Land soweit mir bekannt in dem man die Eier auch aneinanderstößt, ugs Eierpeckn. Owa da wittere ich ja schon den Auftrag dieses nutzlose Kulturgut anderen Völkern näherzubringen. Auf einer Safari durch die Wüste. Wo versteckt man in der Wüste blaue Ostereier ohne dass ein Autorases bei 300 Sachen ausweichen muss?
Was kann ich noch so sagen wie ich mir die Zeit totschlag (Primär die bis es Wochenende wird, sekundär die bis es endlich soweit ist dass ich meine Landreise antreten kann und nicht mehr lokal an die Uni gebunden bin).
Ich habe mir bereits die Star Wars Sixologie, die Jurassic Park Trilogie, die Indiana Jones Trilogie, die Back to the Future Trilogie, Apocalypse Now sowie 2001 und Ghost in the Shell zu Gemüte geführt.
Ausserdem habe ich käuflich Fußpuder erworben, meine PSP modifiziert sodaß ich nun auch Quake drauf spielen kann (hö!-des geht), Linux auf meinem iPod installiert was ausser blöd Herumspielen gar keinen Sinn macht (höhö), herausgefunden, dass die Deppen auf da Uni das Masterkennwort des WLAN Routers des gesamten Campus auf DEFAULT gelassen haben (höhöhö), viel Zeit bei One-Man-Army Spaziergängen verbracht, unter Bäumen gelegen und gelesen, erst ein einziges Mal erfolgreich die Wäsche gewaschen (Nämlich heute), meine Haare abgeschnitten, in einem Luxusrestaurant um 80€ gegessen (Mit Blick auf Perth City), massenweise U2, Grönemeyer und STS "organisiert", ein paar Storyboards gezeichnet, Model gestanden für ein Fotoshooting, in der Nacht durch Parks gewandelt, die Ruhe in mich verschlungen, viele Zigaretten geraucht, nach Hause telefoniert, viele Pläne geschmiedet und sie konsequent nicht durchgeführt, mit Menschen geredet, traurig gewesen, glücklich gewesen, den Satz "Der Plan vom Glück" als wunderprächtigsten Satz meiner Zeit erkoren, gelesen dass Moskau die größte Stadt Europas ist, was Glasnost und Perestrojka eigentlich waren, wieso Gorbatschov und Jelzin nie miteinander Vodka saufen gehen, viel geträumt, australischen Kaffee in Unmengen in meine Eingeweihde gestürtzt, mich über die absolut niederträchtige Dummheit von COSMOPOLITAN (Die Zeitschrift) aufgeregt und dass man sowas überhaupt verkaufen darf, mit einem Sizilianer bei Wein und Gitarre sehr freie Interpretationen von Celentano und Gipsy Kings zum Besten gegeben, Coldplay bis zum letzten Song auswendig gelernt (ich lern auch gerade im Moment), 2 schwarze Bücher gekauft mit leeren Seiten die sich befüllt fühlen wollen, unglaublich aromatische Gaswolken produziert, die Heimat und einige Österreichs großer Töchter und Söhne vermisst, aus dem so verhassten COSMOPOLITAN eine Seite mit einer swatch Werbung herausgerissen auf der japanische Sumoringer Balett tanzen, meine Kamera gestreichelt, noch keine Frau angefasst, nicht mal einfach so, mich wochenlang gewundert ob da jede Nacht ein Mensch schneeschaufelt (oder ähnliches) bis ich herausgefunden habe dass die Gartensprenkleranlagen auf mein Vordach pinkeln und das so klingt wie Schneeschaufeln, eine Party von australischen Minderjährigen heimgesucht die sich mit Sahnegasdruckflaschen anstatt mit Marihurana und Alkohol zugedröhnt haben und dabei die postpupertäre politische Revolution vom Zaun gebrochen haben (Hasta la Revolution, siempre!), einen USB Stick gekauft auf dem jetzt Maya und Virtools drauf ist was ich dann in der Schule auf den ach doch sooo gut abgesicherten PCs ohne irgendwelche Benutzerrechte trotzdem laufen lassen kann, Der Weg zur aktuellen Hymne erklärt, mindestens 1000 Mal die Fanfare von Jurassic Park genossen um wirklich den vollen Umfang der Schönheit des Stückes zu erfassen (Nicht das Thema, die Originalmusik mit 8 min), australischem TV den Kampf angesagt (Bestes Beispiel: "The greatest looser": Big Brother mit Fetten die abnehmen wollen), meine Optus Karte aufgeladen, maßig Pizza gemampft, 2 ernüchternde Abfuhren erhalten, herausgefunden dass mein Lektor nicht im Vornamen Oliver sondern Murray heisst und Oliver sein Nachname ist, überhaupt festgestellt dass Australier sehr seltsame Namen tragen (Kalpana – bitte was isn das?), bis jetzt nicht wirklich oft gekocht, einen SPAM Mail Krieg im FH Mailverteiler angezettelt, viele Dokumente für die Uni geschrieben, mir bereits erfolgreich 2xSchnupfen und 2xSonnenbrand eingehandelt, viel zu wenig geschlafen bis jetzt, Lokale entdeckt die sauguten White Russian brauen, einer Frau unter den Rock fotografiert (Yeah!), auf allzu dummen Back-To-School Parties und Porno-Parties gewesen (Wobei des war schräg: Nomen est Omen), beobachtet dass australische Banknoten desselben Typs unterschiedlich aussehen (nein kein Verschleiß, die schauen einfach anders aus), wichtige Disskussionen mit einem Amerikaner über Gott Glaube Politik und Nazis geführt, mir schon tausendmal angehört dass ich Deutscher bin (sic!), das eine oder andere Wortwitzchen angebracht, völlig vertrottelt und blind mit Frauen geflirtet, Fast Food gegessen, mich wieder mit Reuben vertragen, schon mal den Unterricht verschlafen, einer Frau (bitte nur einer!) auf den Arsch gekuckt, bis jetzt noch keinen Kapitalabsturz ausgefasst, gelesen dass Stanislav Lem tot ist und die Österreicher nix Besseres zu tun haben als sich über die BAWAG zu streiten, mit einer Kamera auf Hochhäusern herumgeklettert, auf einem Filmfestival gewesen mit UNGLAUBLICH guten internationalen Kurzfilmen (hpts aus Europe), diese komische Sprache schon ein bisschen verinnerlicht, UND AUS.
So jetzt hab ich eigentlich eh a bissal was geschrieben.
"Schreiben Sie nicht, ich werde wieder schreiben" sprach ich.